Partnerschaft

Einfach der Papa

Nein, er ist nicht mein Unterstützer. Nicht Versorger, erst recht nicht nur Erzeuger. Er ist einfach der Papa. So wie ich die Mama bin. Mit allem drum und dran.

Wir unterstützen uns gegenseitig und sorgen für uns. Und geben uns Tipps. Nichts hat bei uns den Mama oder den Papa Stempel. Außer die Natur hat es so vorgesehen. Wie das Stillen. Und natürlich das Kinderkriegen an sich.

Als mein Freund in der Klinik immer wieder nachfragen und fast dafür kämpfen musste, auch Bonding zu machen, auch Wickeln und Füttern zu dürfen, war ich wirklich geschockt. Immer war ich als Mutter die erste Ansprechpartnerin. Als wäre ich die Hauptverantwortliche für die Kinder und mein Freund der Nebendarsteller. Er musste sich wirklich regelrecht behaupten. Das darf doch nicht sein.

Und wieso direkt davon ausgegangen wurde, dass er fünf Tage nach Entbindung sofort wieder arbeiten geht, ist mir auch schleierhaft. Es gibt Elternzeit, übrigens auch für Väter. Und auch für länger als nur zwei Wochen.

Als er auch nachts in der Klinik vorbeikam, hörte ich die Schwestern sagen: „Oh, so toll, dass er auch nachts aufsteht und hier hilft“. Wurde mir gesagt, wie toll es ist, dass ich jede Nacht circa fünf Mal aufgestanden bin, um die Babys zu versorgen? Nein. Wieso dann ihm?

Auch jetzt teilen wir uns die Nacht. Wir sind beide Vollzeit berufstätig. Er im Büro, ich zu Hause. Keiner von uns kann tagsüber die Stunden Schlaf nachholen, die wir nachts versäumt haben. Und ja, wir sind müde. Gemeinsam. So ists das nun mal, wenn man Eltern wird.

Neulich beim Arzt wurde ich gefragt, wo denn meine Kinder seien. „Beim Vater“, meinte ich. Die Augen wurden groß: „Schafft er dass denn?“ Ähm, wie bitte? Wird denn der Vater auch gefragt, ob die Mutter es alleine schafft? Wohl eher nicht.

Oft höre ich etwas vom Mutterinstinkt. Dass eine Mutter ein besseres Gefühl für die Bedürfnisse ihres Kindes habe, es einfach besser verstehen, versorgen und trösten könnte- weil es ja aus ihr herauskam.
Dann hat mein Freund aber eindeutig auch einen „Mutterinstinkt“. Er versteht die Signale unserer Babys eins a. Weil er Zeit mit ihnen verbringt, sie beobachtet, herumprobiert, was passt und was nicht. Er hat im Krankenhaus vor mir Windel gewechselt, vor mir die Flasche gegeben. Und er hat es mir dann anschließend erklärt. Ich wusste es nämlich nicht, wie es geht. 

Ich denke vielmehr, dass es ein gemeinsames Lernen ist. Dass es keiner „von Natur aus“ besser weiß oder kann.

Ganz sicher gibt es eine enge Verbundenheit zwischen Mama und Kind- schließlich wuchs es einige Zeit in ihr heran. Das verschafft Mamas bestimmt auch einen Vorsprung in Sachen Bonding. Aber gemeinsame Papa-Kind-Zeit, direkt von Anfang an und mit viel Hautkontakt gleicht dies meiner Meinung nach wieder aus. Auch während der Schwangerschaft muss der Papa kein stiller Beobachter sein- er kann aktiv etwas für die Beziehung zu seinem Baby tun: die Hände auf den Bauch legen, mit ihm Sprechen, für die Mama da sein und damit auch fürs Kind.

Ich möchte nicht in die Rolle der allwissenden Mutter und der ersten Ansprechpartnerin in Sachen Babys gedrängt werden und ich möchte nicht, dass mein Freund bezüglich diesen Themen die Kompetenz abgesprochen wird. Wie verletzend muss das sein. Und ich möchte auch nicht, dass den Babys vermittelt wird, dass es Frauen und Männerzuständigkeiten gibt- nur aufgrund ihres Geschlechts.

Es gibt wirklich noch Luft nach oben. Viel Luft.

 

Nein, er ist nicht mein Unterstützer. Nicht Versorger, erst recht nicht nur Erzeuger. Er ist einfach der Papa. So wie ich die Mama bin. Mit allem drum und dran.

Wir unterstützen uns gegenseitig und sorgen für uns. Und geben uns Tipps. Nichts hat bei uns den Mama oder den Papa Stempel. Außer die Natur hat es so vorgesehen. Wie das Stillen. Und natürlich das Kinderkriegen an sich.

Als mein Freund in der Klinik immer wieder nachfragen und fast dafür kämpfen musste, auch Bonding zu machen, auch Wickeln und Füttern zu dürfen, war ich wirklich geschockt. Immer war ich als Mutter die erste Ansprechpartnerin. Als wäre ich die Hauptverantwortliche für die Kinder und mein Freund der Nebendarsteller. Er musste sich wirklich regelrecht behaupten. Das darf doch nicht sein.

Und wieso direkt davon ausgegangen wurde, dass er fünf Tage nach Entbindung sofort wieder arbeiten geht, ist mir auch schleierhaft. Es gibt Elternzeit, übrigens auch für Väter. Und auch für länger als nur zwei Wochen.

Als er auch nachts in der Klinik vorbeikam, hörte ich die Schwestern sagen: „Oh, so toll, dass er auch nachts aufsteht und hier hilft“. Wurde mir gesagt, wie toll es ist, dass ich jede Nacht circa fünf Mal aufgestanden bin, um die Babys zu versorgen? Nein. Wieso dann ihm?

Auch jetzt teilen wir uns die Nacht. Wir sind beide Vollzeit berufstätig. Er im Büro, ich zu Hause. Keiner von uns kann tagsüber die Stunden Schlaf nachholen, die wir nachts versäumt haben. Und ja, wir sind müde. Gemeinsam. So ists das nun mal, wenn man Eltern wird.

Neulich beim Arzt wurde ich gefragt, wo denn meine Kinder seien. „Beim Vater“, meinte ich. Die Augen wurden groß: „Schafft er dass denn?“ Ähm, wie bitte? Wird denn der Vater auch gefragt, ob die Mutter es alleine schafft? Wohl eher nicht.

Oft höre ich etwas vom Mutterinstinkt. Dass eine Mutter ein besseres Gefühl für die Bedürfnisse ihres Kindes habe, es einfach besser verstehen, versorgen und trösten könnte- weil es ja aus ihr herauskam.
Dann hat mein Freund aber eindeutig auch einen „Mutterinstinkt“. Er versteht die Signale unserer Babys eins a. Weil er Zeit mit ihnen verbringt, sie beobachtet, herumprobiert, was passt und was nicht. Er hat im Krankenhaus vor mir Windel gewechselt, vor mir die Flasche gegeben. Und er hat es mir dann anschließend erklärt. Ich wusste es nämlich nicht, wie es geht. 

Ich denke vielmehr, dass es ein gemeinsames Lernen ist. Dass es keiner „von Natur aus“ besser weiß oder kann.

Ganz sicher gibt es eine enge Verbundenheit zwischen Mama und Kind- schließlich wuchs es einige Zeit in ihr heran. Das verschafft Mamas bestimmt auch einen Vorsprung in Sachen Bonding. Aber gemeinsame Papa-Kind-Zeit, direkt von Anfang an und mit viel Hautkontakt gleicht dies meiner Meinung nach wieder aus. Auch während der Schwangerschaft muss der Papa kein stiller Beobachter sein- er kann aktiv etwas für die Beziehung zu seinem Baby tun: die Hände auf den Bauch legen, mit ihm Sprechen, für die Mama da sein und damit auch fürs Kind.

Ich möchte nicht in die Rolle der allwissenden Mutter und der ersten Ansprechpartnerin in Sachen Babys gedrängt werden und ich möchte nicht, dass mein Freund bezüglich diesen Themen die Kompetenz abgesprochen wird. Wie verletzend muss das sein. Und ich möchte auch nicht, dass den Babys vermittelt wird, dass es Frauen und Männerzuständigkeiten gibt- nur aufgrund ihres Geschlechts.

Es gibt wirklich noch Luft nach oben. Viel Luft.

 

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