Gemeinsam  Eltern sein

Gemeinsam Eltern sein

Neulich beim Arzt wurde ich gefragt, wo meine Kinder seien. „Beim Vater“, meinte ich. Die Augen wurden groß: “ Schafft er das denn?“

Mittlerweile machen mich Gespräche dieser Art tend. Die Message ist nicht schön für Väter, da ihnen die Kompetenz abgesprochen wird. Gleichzeitig werden Mütter in die Rolle der ersten Ansprechpartnerin gedrängt, bei denen dann plötzlich etwas „fehlt“, sind sie alleine unterwegs. Und ganz nebenbei wird den Babys vermittelt, dass es Frauen- und Männerzuständigkeiten gibt. Wird ein Vater gefragt, ob es die Mutter schafft? Thematisiert wird es in der Regel nie, wenn er ohne Kind unterwegs ist. Wird er mit Tragetuch gesichtet, zieht er alle Blicke auf sich. Sollte es nicht selbstverständlich sein, dass er sich „so rührend“ kümmert?

Als Per nach der Geburt jederzeit einsatzbereit war, hörte ich die Schwestern schwärmen, weil er sogar nachts „helfenwürde. Dass ich alle zwei Stunden aufgestanden bin, war nicht erwähnenswert. Schließlich bin ich ja die Mutter.

Zu keiner Zeit hatte ich das Gefühl, dass ich Per bezüglich der Babys in etwas überlegen bin – außer bei naturgegebenen Dingen wie der Geburt oder dem Stillen. Ganz sicher gibt es eine enge Verbundenheit zwischen Mama und Kind – schließlich wuchs es in ihr heran. Das verschafft bestimmt einen Vorsprung in Sachen Bonding, der aber durch gemeinsame Papa-Kind-Zeit aufgeholt werden kann. Ich denke, dass es ein gemeinsames Lernen ist und keiner es „von Natur aus“ besser weiß.

Er ist nicht mein Unterstützer, Versorger und erst recht nicht nur Erzeuger. Wir sind gemeinsam Eltern. Mit derselben Verantwortung. Und derselben Fähigkeit.

Ist er mit den Kindern allein, endet es in der Werbung im Vollchaos. Erziehungsratgeber richten sich meist an Mütter und viele Kurse sind für Mutter und Kind. Im Job wird davon ausgegangen, dass der Vater max. vier Wochen Elternzeit nimmt. Frauen werden nur ungern eingestellt, weil sie schwanger werden könnten. Dinge, die immer wieder zeigen: Eigentlich ist der Vater Nebendarsteller. Nice to have, aber ganz sicher nicht so wichtig wie die Mutter. Ich finde das fatal. Zeit, dass sich was ändert!

 

Neulich beim Arzt wurde ich gefragt, wo meine Kinder seien. „Beim Vater“, meinte ich. Die Augen wurden groß: “ Schafft er das denn?“

Mittlerweile machen mich Gespräche dieser Art tend. Die Message ist nicht schön für Väter, da ihnen die Kompetenz abgesprochen wird. Gleichzeitig werden Mütter in die Rolle der ersten Ansprechpartnerin gedrängt, bei denen dann plötzlich etwas „fehlt“, sind sie alleine unterwegs. Und ganz nebenbei wird den Babys vermittelt, dass es Frauen- und Männerzuständigkeiten gibt. Wird ein Vater gefragt, ob es die Mutter schafft? Thematisiert wird es in der Regel nie, wenn er ohne Kind unterwegs ist. Wird er mit Tragetuch gesichtet, zieht er alle Blicke auf sich. Sollte es nicht selbstverständlich sein, dass er sich „so rührend“ kümmert?

Als Per nach der Geburt jederzeit einsatzbereit war, hörte ich die Schwestern schwärmen, weil er sogar nachts „helfenwürde. Dass ich alle zwei Stunden aufgestanden bin, war nicht erwähnenswert. Schließlich bin ich ja die Mutter.

Zu keiner Zeit hatte ich das Gefühl, dass ich Per bezüglich der Babys in etwas überlegen bin – außer bei naturgegebenen Dingen wie der Geburt oder dem Stillen. Ganz sicher gibt es eine enge Verbundenheit zwischen Mama und Kind – schließlich wuchs es in ihr heran. Das verschafft bestimmt einen Vorsprung in Sachen Bonding, der aber durch gemeinsame Papa-Kind-Zeit aufgeholt werden kann. Ich denke, dass es ein gemeinsames Lernen ist und keiner es „von Natur aus“ besser weiß.

Er ist nicht mein Unterstützer, Versorger und erst recht nicht nur Erzeuger. Wir sind gemeinsam Eltern. Mit derselben Verantwortung. Und derselben Fähigkeit.

Ist er mit den Kindern allein, endet es in der Werbung im Vollchaos. Erziehungsratgeber richten sich meist an Mütter und viele Kurse sind für Mutter und Kind. Im Job wird davon ausgegangen, dass der Vater max. vier Wochen Elternzeit nimmt. Frauen werden nur ungern eingestellt, weil sie schwanger werden könnten. Dinge, die immer wieder zeigen: Eigentlich ist der Vater Nebendarsteller. Nice to have, aber ganz sicher nicht so wichtig wie die Mutter. Ich finde das fatal. Zeit, dass sich was ändert!

 

Plötzlich zu viert

Plötzlich zu viert

Keine zwölf Stunden später waren sie da. Plötzlich eine Familie. Plötzlich zu viert.

Und während mein Herz schmolz, ihn als Vater zu sehen und meine Babys im
Arm zu halten, so tat es auch manchmal ganz schön weh. Weil ich ihn vermisste. Ihn und mich. Unser wir. Seine ungeteilte Aufmerksamkeit.
Zwischen all der Verantwortung, der Sorge, dem Schlafmangel und der Liebe für die Babys, da gab es immer wieder Abschiedsschmerz. Zu realisieren: Wir sind jetzt einfach nie wieder in dieser Unbeschwertheit zu zweit. Oder zumindest sehr lange nicht.
Altes gehen lassen, damit Neues kommen kann. Bei mir dauerte dies nicht ein paar Stunden, nicht ein paar Tage, auch nicht nur ein paar Monate.
Ich habe mir erlaubt, traurig und glücklich gleichzeitig zu sein. Und das war wichtig für mich.
Uns gibt es jetzt anders- weniger im Doppelpack, mehr im Viererpack.
Jetzt sitze ich hier, höre sie nebenan Quatsch machen und ich denke mir: der Viererpack ist ganz schön schön. Es fühlt sich richtig gut an- mit meinen drei Boys. Es fühlt sich gut an, Mama und Papa zu sein. Und sie sich immer wieder mal zu nehmen und langsam zurückzuerobern – die Zeit zu zweit.

Keine zwölf Stunden später waren sie da. Plötzlich eine Familie. Plötzlich zu viert.

Und während mein Herz schmolz, ihn als Vater zu sehen und meine Babys im
Arm zu halten, so tat es auch manchmal ganz schön weh. Weil ich ihn vermisste. Ihn und mich. Unser wir. Seine ungeteilte Aufmerksamkeit.
Zwischen all der Verantwortung, der Sorge, dem Schlafmangel und der Liebe für die Babys, da gab es immer wieder Abschiedsschmerz. Zu realisieren: Wir sind jetzt einfach nie wieder in dieser Unbeschwertheit zu zweit. Oder zumindest sehr lange nicht.
Altes gehen lassen, damit Neues kommen kann. Bei mir dauerte dies nicht ein paar Stunden, nicht ein paar Tage, auch nicht nur ein paar Monate.
Ich habe mir erlaubt, traurig und glücklich gleichzeitig zu sein. Und das war wichtig für mich.
Uns gibt es jetzt anders- weniger im Doppelpack, mehr im Viererpack.
Jetzt sitze ich hier, höre sie nebenan Quatsch machen und ich denke mir: der Viererpack ist ganz schön schön. Es fühlt sich richtig gut an- mit meinen drei Boys. Es fühlt sich gut an, Mama und Papa zu sein. Und sie sich immer wieder mal zu nehmen und langsam zurückzuerobern – die Zeit zu zweit.

Eltern werden- Paar bleiben

Eltern werden- Paar bleiben

Plötzlich zu dritt. Oder sogar gleich zu viert. Riesige Freunde, Erleichterung und so viele Glücksmomente. Aber auch wahnsinnig anstrengend und emotional. Wahrscheinlich gibt es keine Zeit, die das Leben als Paar so bewegt & beeinflusst. 

Hier kommen 10 Tipps, wie es gelingt, eine glückliche Beziehung zu führen- trotz Babytrubel:

1. nutzt die kleinen Momente der Zweisamkeit. Auch wenn sie noch so miniklein sind.

2. sprecht miteinander. Über Gefühle, Sorgen, über Schönes, über Erlebtes.

3. seid liebevoll miteinander. Eine kleine Berührung im Vorbeigehen, eine kurze Umarmung zwischendurch, ein liebes Wort- das bewirkt so viel!

4. nehmt euch Zeit für euch allein. Ein kleiner Tapetenwechsel, durchatmen, nur für sich sein- solche Dinge geben Kraft und neue Energie. Auch für die Beziehung.

5. sagt danke zueinander & klopft euch auch mal gegenseitig auf die Schulter. Ihr leistet so viel, dass muss gesehen werden!

6. seid respektvoll zueinander. Müdigkeit, Stress, wenig Raum für sich- all die Dinge können dazu führen, dass schnell mal überreagiert wird.

7. nehmt euch kinderfreie Zeiten und seit mal nur zu zweit. So bald wie irgendwie möglich.

8. schreibt immer mal wieder eine „Wishlist“. Jeder für sich allein & dann zusammen. Was wünscht ihr euch? Was möchtet ihr gerne unternehmen? Was getrennt, was zusammen? So wird niemand mit seinen Bedürfnissen übersehen und ihr freut euch über quality time.

9. helft einander aufzutanken: zum Beispiel in dem jeder am Wochenende einmal so lange schlafen kann, wie er möchte. Oder auch mal einen ganzen Tag tun kann, was er möchte- allein.

10. in der Familienbubble zu schweben ist wunderschön- Freunde sind aber auch wichtig. Für euch einzeln und für euch als Paar. Pflegt eure Beziehungen, auch wenn die Zeit dafür knapper wird.

 

 

 

Plötzlich zu dritt. Oder sogar gleich zu viert. Riesige Freunde, Erleichterung und so viele Glücksmomente. Aber auch wahnsinnig anstrengend und emotional. Wahrscheinlich gibt es keine Zeit, die das Leben als Paar so bewegt & beeinflusst. 

Hier kommen 10 Tipps, wie es gelingt, eine glückliche Beziehung zu führen- trotz Babytrubel:

1.nutzt die kleinen Momente der Zweisamkeit. Auch wenn sie noch so miniklein sind.

2.sprecht miteinander. Über Gefühle, Sorgen, über Schönes, über Erlebtes.

3.seid liebevoll miteinander. Eine kleine Berührung im Vorbeigehen, eine kurze Umarmung zwischendurch, ein liebes Wort- das bewirkt so viel!

4.nehmt euch Zeit für euch allein. Ein kleiner Tapetenwechsel, durchatmen, nur für sich sein- solche Dinge geben Kraft und neue Energie. Auch für die Beziehung.

5.sagt danke zueinander & klopft euch auch mal gegenseitig auf die Schulter. Ihr leistet so viel, dass muss gesehen werden!

6.seid respektvoll zueinander. Müdigkeit, Stress, wenig Raum für sich- all die Dinge können dazu führen, dass schnell mal über reagiert wird.

7.nehmt euch kinderfreie Zeiten und seit mal nur zu zweit. So bald wie irgendwie möglich.

8.schreibt immer mal wieder eine „Wishlist“. Jeder für sich allein & dann zusammen. Was wünscht ihr euch? Was möchtet ihr gerne unternehmen? Was getrennt, was zusammen? So wird niemand mit seinen Bedürfnissen übersehen und ihr freut euch über quality time.

9.helft einander aufzutanken: zum Beispiel in dem jeder am Wochenende einmal so lange schlafen kann, wie er möchte. Oder auch mal einen ganzen Tag tun kann, was er möchte- allein.

10.in der Familienbubble zu schweben ist wunderschön- Freunde sind aber auch wichtig. Für euch einzeln und für euch als Paar. Pflegt eure Beziehungen, auch wenn die Zeit dafür knapper wird.

 

 

 

Einfach der Papa

Einfach der Papa

Nein, er ist nicht mein Unterstützer. Nicht Versorger, erst recht nicht nur Erzeuger. Er ist einfach der Papa. So wie ich die Mama bin. Mit allem drum und dran.

Wir unterstützen uns gegenseitig und sorgen für uns. Und geben uns Tipps. Nichts hat bei uns den Mama oder den Papa Stempel. Außer die Natur hat es so vorgesehen. Wie das Stillen. Und natürlich das Kinderkriegen an sich.

Als mein Freund in der Klinik immer wieder nachfragen und fast dafür kämpfen musste, auch Bonding zu machen, auch Wickeln und Füttern zu dürfen, war ich wirklich geschockt. Immer war ich als Mutter die erste Ansprechpartnerin. Als wäre ich die Hauptverantwortliche für die Kinder und mein Freund der Nebendarsteller. Er musste sich wirklich regelrecht behaupten. Das darf doch nicht sein.

Und wieso direkt davon ausgegangen wurde, dass er fünf Tage nach Entbindung sofort wieder arbeiten geht, ist mir auch schleierhaft. Es gibt Elternzeit, übrigens auch für Väter. Und auch für länger als nur zwei Wochen.

Als er auch nachts in der Klinik vorbeikam, hörte ich die Schwestern sagen: „Oh, so toll, dass er auch nachts aufsteht und hier hilft“. Wurde mir gesagt, wie toll es ist, dass ich jede Nacht circa fünf Mal aufgestanden bin, um die Babys zu versorgen? Nein. Wieso dann ihm?

Auch jetzt teilen wir uns die Nacht. Wir sind beide Vollzeit berufstätig. Er im Büro, ich zu Hause. Keiner von uns kann tagsüber die Stunden Schlaf nachholen, die wir nachts versäumt haben. Und ja, wir sind müde. Gemeinsam. So ists das nun mal, wenn man Eltern wird.

Neulich beim Arzt wurde ich gefragt, wo denn meine Kinder seien. „Beim Vater“, meinte ich. Die Augen wurden groß: „Schafft er dass denn?“ Ähm, wie bitte? Wird denn der Vater auch gefragt, ob die Mutter es alleine schafft? Wohl eher nicht.

Oft höre ich etwas vom Mutterinstinkt. Dass eine Mutter ein besseres Gefühl für die Bedürfnisse ihres Kindes habe, es einfach besser verstehen, versorgen und trösten könnte- weil es ja aus ihr herauskam.
Dann hat mein Freund aber eindeutig auch einen „Mutterinstinkt“. Er versteht die Signale unserer Babys eins a. Weil er Zeit mit ihnen verbringt, sie beobachtet, herumprobiert, was passt und was nicht. Er hat im Krankenhaus vor mir Windel gewechselt, vor mir die Flasche gegeben. Und er hat es mir dann anschließend erklärt. Ich wusste es nämlich nicht, wie es geht. 

Ich denke vielmehr, dass es ein gemeinsames Lernen ist. Dass es keiner „von Natur aus“ besser weiß oder kann.

Ganz sicher gibt es eine enge Verbundenheit zwischen Mama und Kind- schließlich wuchs es einige Zeit in ihr heran. Das verschafft Mamas bestimmt auch einen Vorsprung in Sachen Bonding. Aber gemeinsame Papa-Kind-Zeit, direkt von Anfang an und mit viel Hautkontakt gleicht dies meiner Meinung nach wieder aus. Auch während der Schwangerschaft muss der Papa kein stiller Beobachter sein- er kann aktiv etwas für die Beziehung zu seinem Baby tun: die Hände auf den Bauch legen, mit ihm Sprechen, für die Mama da sein und damit auch fürs Kind.

Ich möchte nicht in die Rolle der allwissenden Mutter und der ersten Ansprechpartnerin in Sachen Babys gedrängt werden und ich möchte nicht, dass mein Freund bezüglich diesen Themen die Kompetenz abgesprochen wird. Wie verletzend muss das sein. Und ich möchte auch nicht, dass den Babys vermittelt wird, dass es Frauen und Männerzuständigkeiten gibt- nur aufgrund ihres Geschlechts.

Es gibt wirklich noch Luft nach oben. Viel Luft.

 

Nein, er ist nicht mein Unterstützer. Nicht Versorger, erst recht nicht nur Erzeuger. Er ist einfach der Papa. So wie ich die Mama bin. Mit allem drum und dran.

Wir unterstützen uns gegenseitig und sorgen für uns. Und geben uns Tipps. Nichts hat bei uns den Mama oder den Papa Stempel. Außer die Natur hat es so vorgesehen. Wie das Stillen. Und natürlich das Kinderkriegen an sich.

Als mein Freund in der Klinik immer wieder nachfragen und fast dafür kämpfen musste, auch Bonding zu machen, auch Wickeln und Füttern zu dürfen, war ich wirklich geschockt. Immer war ich als Mutter die erste Ansprechpartnerin. Als wäre ich die Hauptverantwortliche für die Kinder und mein Freund der Nebendarsteller. Er musste sich wirklich regelrecht behaupten. Das darf doch nicht sein.

Und wieso direkt davon ausgegangen wurde, dass er fünf Tage nach Entbindung sofort wieder arbeiten geht, ist mir auch schleierhaft. Es gibt Elternzeit, übrigens auch für Väter. Und auch für länger als nur zwei Wochen.

Als er auch nachts in der Klinik vorbeikam, hörte ich die Schwestern sagen: „Oh, so toll, dass er auch nachts aufsteht und hier hilft“. Wurde mir gesagt, wie toll es ist, dass ich jede Nacht circa fünf Mal aufgestanden bin, um die Babys zu versorgen? Nein. Wieso dann ihm?

Auch jetzt teilen wir uns die Nacht. Wir sind beide Vollzeit berufstätig. Er im Büro, ich zu Hause. Keiner von uns kann tagsüber die Stunden Schlaf nachholen, die wir nachts versäumt haben. Und ja, wir sind müde. Gemeinsam. So ists das nun mal, wenn man Eltern wird.

Neulich beim Arzt wurde ich gefragt, wo denn meine Kinder seien. „Beim Vater“, meinte ich. Die Augen wurden groß: „Schafft er dass denn?“ Ähm, wie bitte? Wird denn der Vater auch gefragt, ob die Mutter es alleine schafft? Wohl eher nicht.

Oft höre ich etwas vom Mutterinstinkt. Dass eine Mutter ein besseres Gefühl für die Bedürfnisse ihres Kindes habe, es einfach besser verstehen, versorgen und trösten könnte- weil es ja aus ihr herauskam.
Dann hat mein Freund aber eindeutig auch einen „Mutterinstinkt“. Er versteht die Signale unserer Babys eins a. Weil er Zeit mit ihnen verbringt, sie beobachtet, herumprobiert, was passt und was nicht. Er hat im Krankenhaus vor mir Windel gewechselt, vor mir die Flasche gegeben. Und er hat es mir dann anschließend erklärt. Ich wusste es nämlich nicht, wie es geht. 

Ich denke vielmehr, dass es ein gemeinsames Lernen ist. Dass es keiner „von Natur aus“ besser weiß oder kann.

Ganz sicher gibt es eine enge Verbundenheit zwischen Mama und Kind- schließlich wuchs es einige Zeit in ihr heran. Das verschafft Mamas bestimmt auch einen Vorsprung in Sachen Bonding. Aber gemeinsame Papa-Kind-Zeit, direkt von Anfang an und mit viel Hautkontakt gleicht dies meiner Meinung nach wieder aus. Auch während der Schwangerschaft muss der Papa kein stiller Beobachter sein- er kann aktiv etwas für die Beziehung zu seinem Baby tun: die Hände auf den Bauch legen, mit ihm Sprechen, für die Mama da sein und damit auch fürs Kind.

Ich möchte nicht in die Rolle der allwissenden Mutter und der ersten Ansprechpartnerin in Sachen Babys gedrängt werden und ich möchte nicht, dass mein Freund bezüglich diesen Themen die Kompetenz abgesprochen wird. Wie verletzend muss das sein. Und ich möchte auch nicht, dass den Babys vermittelt wird, dass es Frauen und Männerzuständigkeiten gibt- nur aufgrund ihres Geschlechts.

Es gibt wirklich noch Luft nach oben. Viel Luft.